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Sinti und Roma



Die Sinti und Roma sind eine heterogene Gruppe, mit verschiedenen Dialekten, Bräuchen und Traditionen. Viele outen sich damit nicht, weil sie Diskriminierung fürchten.

Als ‚Sinti' werden die Angehörigen der Minderheit bezeichnet, die sich vorwiegend in West- und Mitteleuropa angesiedelt haben, ‚Roma' leben zumeist in ost- und südosteuropäischen Ländern. 

Außerhalb des deutschen Sprachraums wird ‚Roma' als Name für die gesamte Minderheit verwendet.



Ein historischer Abriss

Erläuterungen zum Begriff "Zigeuner"
Stellungnahmen

Ein unbekanntes Volk?



Sido, Marianne Rosenberg und Charlie Chaplin

Viele deutsche Sinti und Roma outen sich nicht, weil sie Ausgrenzung fürchten. Deshalb hat die Minderheit nur wenige prominente Vorbilder. Zum Beispiel Marianne Rosenberg - und wohl auch Charlie Chaplin.

Prominente Roma und Sinti

Eine prominente Sinteza ist die Sängerin Dotschy Reinhardt.
"Meinen ersten Job im Plattenladen habe ich nur bekommen, weil ich mich als Italienerin ausgegeben habe."

Die Schlagersängerin Marianne Rosenberg ist die Tochter von Otto Rosenberg, der als Sinto von den Nazis verfolgt wurde.
"Ich glaube, alle, die Auschwitz überlebt haben, dachten, das kann noch einmal geschehen. Man spürte es auf den Familienfeiern."

Drafi Deutscher stammte aus einer Berliner Roma-Familie. Viele Angehörige der Minderheit sind stolz auf ihre vielfältige Musik. Sie prägten zum Beispiel den spanischen Flamenco und den ungarischen Csardas mit.

Ron Wood, Gitarrist der Rolling Stones, kokettiert gelegentlich mit seiner Herkunft: Alle seine Vorfahren seien hart arbeitende Gypsies gewesen, die auf Barkassen auf den Kanälen das Licht der Welt erblickt hätten. 
"Mein Bruder und ich waren die ersten, die auf dem Festland zur Welt kamen."

DSDS-Teilnehmerin Sarah Kreuz machte aus ihrer Kultur kein Geheimnis. 
"Wir sind ein stolzes, temperamentvolles Volk. Wir haben zwar kein eigenes Land, aber unsere ganz eigene Musikwelt."

Rapper Sido hat Sinti-Wurzeln - "aber das sieht man mir ja nicht an."

Auch Charlie Chaplin wird gern als berühmter Vertreter der Minderheit genannt. Er soll im Wohnwagen einer Roma-Gemeinde zur Welt gekommen sein.  

Der Präsident des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, organisierte einen Hungerstreik von zwölf Sinti im ehemaligen Konzentrationslager in Dachau mit, um auf ihre Verfolgung in der NS-Zeit und ihre fortlaufende Diskriminierung aufmerksam zu machen.

Mario Mettbach, Mitbegründer der Schill Partei und ehem. Bausenator und Zweiter Bürgermeister in Hamburg, stammte aus einer Sinti-Familie.

US-Schauspielerin Rita Hayworth, geboren als Margarita Carmen Cansino, hatte einen Rom zum Großvater.

Yul Brynner hatte Wurzeln in Russland, in der Schweiz und in der Roma-Minderheit. Brynner war langjähriger Ehrenpräsident der International Romani Union und setzte sich für die internationale Anerkennung der Roma ein.

Jesús Navas spielt für den FC Sevilla und gehört der Volksgruppe der Kalé an, einer iberischen Untergruppe der Roma, die in Spanien auch 'Gitano' genannt wird.