Die Wupper


   
Geschichte, Flora, Fauna, Talsperren 
und der Wupperwanderweg


Der Fluss 
Die Wupper ist ein Fluss in Nordrhein-Westfalen. Er entspringt in Börlinghausen als "Wipper". Nach 112 km und 400 Höhenmetern müdet die Wupper in Leverkusen in den Rhein. 

Das wassertechnische Einzugsgebiet umfasst 827m² -
in diesem Einzugsgebiet leben ca. 900.000 Einwohner.

Der Name Wupper leitet sich wahrscheinlich vom "Wippen"  des Wassers über die Steine im Flussbett ab, es bedeutet also wahrscheinlich "hüpfendes Wasser". 

Die Wupper fließt von Marienheide im Osten über Wipperfürth, Hückeswagen, Radevormwald, Wuppertal, Remscheid, Solingen, und Leichlingen vorbei an Ennepetal und Schwelm, nach Leverkusen im Osten. 




Geschichte
Für die wirtschaftliche Entwicklung des Bergischen Landes ist die Wupper seit der Neuzeit grundlegend gewesen, da entweder ihr Wasser zum Bleichen von Garnen und Tuchen (Elberfeld und Barmen) oder ihre Antriebskraft über Turbinen und unterschlächtige Wasserräder z. B. in Schleifkotten zur Metallverarbeitung in Solingen genutzt wurde. 

Seit dem 19. Jahrhundert wurde sie zudem als Kühlwasserreservoir für die sich entfaltende chemische Industrie eingesetzt (Bayer-Werke in Elberfeld).  Aufgrund dieser Tatsache war die Wupper neben Elbe und Rhein Anfang der 1970er Jahre einer der am stärksten verschmutzten Flüsse Europas. Ein umfangreiches Wasserschutzprogramm mittels zahlreicher Klärwerke und das Umdenken der Industrie förderte die Wasserqualität nachhaltig, so dass nun wieder in der Wupper gefischt werden kann. Bemerkenswert ist ebenso, dass sich in der Industriestadt Wuppertal mehrere Fischreiherpärchen angesiedelt haben - und das gerade dort, wo die Wupper unter der Schwebebahn direkt neben den Bayer-Werken fließt.


Staugebiete
Zuständig für die Staugewässer im Einzugsbereich der Wupper ist der Wupperverband. Der Fluss wird an drei Stellen aufgestaut:

Die 1987 eröffnete und 1989 vollendete Wuppertaltalsperre befindet sich genau im Städtedreieck Remscheid-Hückeswagen-Radevormwald und dient dem Hochwasser-Schutz und der Niedrigwasser-Erhöhung.

Die gleiche Funktion erfüllt der kleinere Beyenburger Stausee, eine Aufstauung der Wupper in Wuppertal Beyenburg. Der Stromgewinnung dient die Staustufe Radevormwaldd-Dahlhausen, die kleinste der drei Wupper-Talsperren. Ein historisches Modell einer alten Stauklappe wird an zentraler Stelle des Ortes mit einer Informationsklappe erläutert.

Im Einzugsgebiet der Wupper befinden sich 15 weitere Talsperren, die direkt oder indirekt den Fluss speisen. Diese Dichte an Talsperren ist für einen Fluss dieser Länge ungewöhnlich.

 ● Bevertalsperre
 ● Brucher Talsperre
 ● Diepentaler Talsperre
 ● Eschbachtalsperre
 ● Große Dhünntalsperre
 ● Herbringhauser Talsperre
 ● Kerspetalsperre
 ● Lingesetalsperre
 ● Neyetalsperre
 ● Panzertalsperre
 ● Ronsdorfer Talsperre
 ● Schevelinger Talsperre
 ● Sengbachtalsperre
 ● Uelfetalsperre
 ● Untere Herbringhauser Talsperre


Fauna  
Die Fischfauna der Wupper gliedert sich wie bei deutschen Mittelgebirgsflüssen typisch in drei Abschnitte: Von der Quelle bis Rönsahl spricht man von der Forellenregion, die von Gropen, Bachschmerlen, Elritzen und Bachneunaugen begleitet werden.

Hier ist das Wasser sehr weich, nährstoffarm und sauerstoffhaltig. Daran schließt sich flussabwärts bis etwa Leichlingen (Rheinland) die Äschenregion an, in der zudem die Döbel, Bachforellen, Regenbogenforellen, Nasen, Hasel und Lachse vorkommen. Der letzte Abschnitt bis zum Rhein gehört zur Barbenregion mit Hecht, Flussbarsch, Lachs und Meerforelle in trübem sauerstoffarmen Wasser.

Dieser natürliche Fischbesatz fand sich bis ins 18. Jahrhundert. Nach seinem völligen Verschwinden durch die enorme Verschmutzung während der Industrialisierung versucht man seit dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts die ursprüngliche Fischfauna wieder herzustellen. 
Mittlerweile zählt man z. B. für Remscheid, das über eine ganze Reihe von Nebengewässern und Zuläufen der Wupper verfügt, wieder 27 verschiedene Fischarten. 

Besonderen Arten der Vogelfauna der kollinen Buchenwälder an der Wupper sind Eisvogel, Wasseramsel, Schwarzspecht (in Altwäldern), Schwarzstorch (im Oberlauf), Graureiher, Uhu (wieder eingebürgert), Möwen und Kormorane, die seit Mitte des 20. Jahrhunderts wieder bis ins Stadtgebiet von Wuppertal vorgedrungen sind. 

Der ursprüngliche in der Wupper heimische Edelkrebs wurde durch den vom Menschen eingesetzten amerikanischen Signalkrebs komplett ausgerottet, da der Neubürger die Krebspest übertrug, an der der heimische Krebs zugrunde ging. Edelkrebse finden sich nur noch in einigen isolierten Nebenbächen.

Bei den Säugetieren kommen neben den "klassischen" Arten Reh, Wildschwein, Rotfuchs, Dachs, Marder, Eichhörnchen und anderen auch einige "Neubürger" wie der Marderhund aus Asien, der Waschbär und der Bisam aus Nordamerika oder die Nutria aus Südamerika vor. 

Flora
Schon im eigentlichen Quellgebiet, ein ganzes Stück etfernt von der "offiziellen" Wupperquelle, ist die Pflanzenwelt vielschichtig. Dort, wo etwa 30 Quelltöpfe ein Sumpfgebiet bilden, aus dem sich der Oberlauf des Flusses formt, gibt es Vorkommen von Sumpforchideen.

Der gesamte Flusslauf wird in großen Teilen von Balsaminen, wie dem Drüsigen Springkraut, gesäumt - wegen Form und Farbe im Volksmund "Wupperorchideen" genannt.

Wie der Japanische Staudenknöterich oder auch der Riese-Bärenklau, die ebenfalls in großen, flächzendeckenden Beständen an der Wupper auftreten, handelt es sich um Neophyten*

* Nicht heimische Pflanzen. Mehr darüber gibt es auf der Textseite
   Neophyten in der Pflanzenwelt.

Natur- und Umweltschutz
Ursprünglich war die Wupper mit ihren überschatteten Ufern und dem reinen, weichen Wasser der ideale Ort für Bachforellen, Aale und Lachse, so dass sie bis über das Mittelalter hinaus bedeutsam für den ortsansässigen Fischfang war.
Bauwerke
Die Müngstener Brücke ist die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands, sie überspannt die Wupper zwischen Solingen und Remscheid.

Freizeit und Wanderwege
Im Jahr 2005 wurde von dem sauerländischen Gebirgsverein ein Wupper-Wanderweg von der Quelle bis zur Mündung eingerichtet.