Wuppertaler Originale


Was sind Originale?

Originale sind Personen aus der Geschichte der Stadt, die durch ihr unverwechselbares Auftreten oder ihre Eigenschaften und/oder ihr Erscheinungsbild einen hohen Bekanntheitsgrad in der lokalen Bevölkerung erlangt haben und auch nach ihrem Ableben noch besitzen. Sie werden zum Teil als Originale in der Literatur beschrieben.

Quelle: Wikipedia





Diese besondere Dame ist eigentlich eine Schöpfung von Otto Hausmann. Dieser bekannte Heimatdichter nahm seine Oma als Vorbild der Romanfigur. In seinem Werk "Mina Knallenfalls" beschreibt er das Leben seiner Heldin vor 200 Jahren. Minas Vater beschreibt er als Trunkenbold, der arbeitslos in den Tag hinein lebt.

Die Lebensumstände sind ärmlich, was wohl auch an Minas 12 Geschwistern liegt. Schon in jungen Jahren musste Mina arbeiten, um den Haushalt zu unterstützen. 

Der Kreis schließt sich nach ihrer Hochzeit. Die erhoffte Lebensverbesserung bleibt aus, da sie an einen Mann gerät, der ihrem Vater sehr ähnlich ist. Auch Mina bekommt viele Kinder und übernimmt damit die Rolle ihrer Mutter. 

Das Denkmal der Mina Knallenfalls steht in der Poststraße, mitten in der Innenstadt.




Im Gegensatz zu Mina lebte unser Zuckerfritz tatsächlich. Den 1830 geborenen Fritz Pothen würden wir in der heutigen Zeit einen Dienstleister nennen. Mit seiner Schubkarre lieferte er das Gepäck der Reisenden zu ihren Wohnungen, erledigte Botengänge und übernahm den Warentransport zwischen den Firmen. 
  
Dies allein reicht natürlich nicht aus, um ein "Wuppertaler Original" zu werden.
  
Fritz Pothen wurde seine Leidenschaft zum Verhängnis. Diese Schwäche begleitete ihn bis zu seinem Tod im Jahre 1906. Sein Denkmal steht am Neumarkt und erinnert noch heute an ihn.
         


            

Das dritte "Wuppertaler Original" in dieser kuriosen Runde ist der im Jahre 1886 geborene Peter Held. Sein Lebensweg war nicht unbedingt lobenswert. Er zog als Stadtstreicher durch die Stadt und verkaufte Kurzwaren sowie Krimskrams jeglicher Art aus seinem legendären Margarinekarton. So zog er von Haus zu Haus. Selbst in Gaststätten versuchte Peter Held noch ein Geschäft zu machen. 
      
Natürlich kaufte ihm nicht jeder was ab, worauf er nicht immer freundlich reagierte. Daraufhin fand er sich öfter im Gefängnis wieder, nchdem er Ärger mit den Ordnungshütern hatte. 
               
Den Status als Original in die Stadtgeschichte einzugehen hat er jedoch seiner Kleidung, seinem Spazierstock und den Kindern zu verdanken. Auf diese muss der lange Mantel, der Schlapphut und der Margarinekarton sehr lustig gewirkt haben, so dass sie ihn immer ärgerten. Sie liefen hinter ihm her und riefen: "husch, husch..." bis er sie mit seinem Stock vertrieb. Damit hatte er seinen Spitznamen "Husch Husch" erhalten und wurde stadtbekannt. 

Die ältere Generation hatte vielleicht noch die Ehre, "Husch Husch" kennenzulernen, da er erst 1953 verstorben ist.



Wer war die Schmer-Emma?




Die Zuckerfritz, Mina Knallenfalls und Husch Husch kennt in Wuppertal sicherlich jedes Kind - aber wer war die "Schmer-Emma"?

Hinter diesem Namen verbirgt sich ein weiteres, bisher unbekanntes Original Wuppertals. Sie arbeitete in den Nachkriegsjahren am Westfalenweg im Gasthaus "Zur Sonnenblume".

Das Restaurant verfügte über einen großen Kastaniengarten, in dem immer viele Kinder spielten. Im Keller des Hauses wurde ein Stuten namens "Dönberger Platz" serviert. Emma beschmierte die Scheiben dick mit Butter und servierte sie anschließend.

Emma Schmitz, eine ältere, dickliche Frau in Schürze, kam an Sonntagen kaum aus dem Schmieren raus, so viele Ausflügler kamen an diesem Gasthaus vorbei und kauften dort eine Butter-Stulle.

Vielleicht bekam Emma den Spitznamen "Schmer-Emma", weil der Gastwirt, wenn er Nachschub benötigte, seiner Frau in der Küche zurief: "Schmeer, Emma...!" - vielleicht aber auch, weil ihre Schürze vom vielen Stullenschmieren irgendwann richtig "schmeerig" aussah.

Das 1838 erbaute Gasthaus "Zur Sonnenblume" wurde bis in die 1980er Jahre  betrieben. 2003 brannte  das beliebte Ausflugslokal nieder und wurde anschließend abgerissen.