quidproquo! Wuppertal e.V.
 Verein zur Förderung der kulturellen Bildung und sozialen Teilhabe
Vernetzung und Kommunikation auf Augenhöhe

   
Zusammen sind wir Viele.
         
Inklusion trifft auf Integration  


   
Inklusion ist die Wertschätzung und  Anerkennung

von Diversität und Vielfältigkeit in der Gesellschaft


  
Integration und Inklusion - wo ist der Unterschied?
Während die Integration davon ausgeht, dass eine Gesellschaft aus einer relativ homogenen Mehrheitsgruppe und einer kleineren Außengruppe besteht, die in das bestehende System integriert werden muss, stellt die Inklusion eine Abkehr von dieser Zwei-Gruppen-Theorie dar und betrachtet alle Menschen als gleichberechtigte Individuen, die von vornherein und unabhängig von persönlichen Merkmalen oder Voraussetzungen Teil des Ganzen sind.

     
 
Über die UN-Konvention über
Rechte von Menschen mit Behinderungen
hinaus sollte Inklusion in Deutschland als Aufgabe
für die gesamte Gesellschaft verstanden werden
    


Gedanken zum Thema Integration/Inklusion

Worin besteht der Mehrwert der Inklusion gegenüber der Integration?  Wir informieren uns und reden mit!

Deutlich sichtbare Unterschiede zwischen Separation, Exklusion, Integration und Inklusion:

  


Fünf mögliche Aspekte:

•  Es könnte ein Mehrwert der Inklusion sein, die so weit verbreitete alltägliche ‚Zwei-Gruppen-Theorie’ (vgl. HINZ 2004) und damit vor allem ihren diskriminierenden Charakter zu überwinden. Wenn es nicht mehr um „Behinderte und Nicht-Behinderte“ geht, haben erstere womöglich größere Chancen, ihre Potenziale als Individuum zu entwickeln und zur Geltung zu bringen, ohne dass wohlmeinende Pädagogen sie vor Überforderung zu schützen trachten. 

•  Ein weiterer Mehrwert der Inklusion könnte darin bestehen, dass nicht mehr, wie bisher, eine gruppenspezifisch definierte Minderheit – "die Behinderten", "die Ausländer", "die Flüchtlinge" – in eine Mehrheitsgruppe ‚integriert’ wird und damit einem starken Assimilationsdruck ausgesetzt wird. Ohne eine solche ‚Zwei-Gruppen-Theorie’ ist klar, dass es um Wachstums-und Partizipationsprozesse für alle Menschen in ihrer individuellen Vielfalt auf der Basis gleicher Rechte geht. Dies könnte eine Stärkung transformierender Tendenzen von Situationen und in Diensten gegenüber assimilativen Tendenzen gegenüber einzelnen ‚zu integrierender’ Personen bedeuten. 

•  Mit einiger Wahrscheinlichkeit bedeutet es einen deutlichen Mehrwert, mit der Inklusion den Fokus auf jegliche (sozial konstruierten) Unterschiede zwischen Menschen zu weiten. 

•  Ein weiterer Mehrwert könnte die Herausforderung sein, zur Entwicklung von (Finanz-) Strukturen zu kommen, die nonkategorial und sozialraumbezogenen Bedarfe befriedigen anstatt mit immer spezifischeren Klientelbeschreibungen Angebot auf dem Markt zu machen.  

•  Schließlich könnte Inklusion auch zu einer zugespitzten, bürgerrechtlichen Konfrontation mit der ‚Marktisierung’ des Sozialen und mit alten und neuen Formen der Institutionalisierung beitragen. Auch ‚personenzentrierte’ Ansätze können aus dieser Perspektive in ihrer drohenden Pervertierung zu ‚profizentrierten’ Hilfen – so die berechtigte Kritik von Klaus DÖRNER (2007) – kritisch betrachtet werden, denn soziale Bedeutsamkeit wird wohl kaum als individuell abrechenbare Leistung in der individuellen Hilfeplanung verankert werden können. 


Quellen: WhiteHotaru - Eigenes Werk, CC0

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